Erwachsene schämten sich nicht ihrer Tränen, als in der Deutschen Botschaft in Prag die ergreifenden Szenen aus dem Herbst 1990 in Filmdokumenten gezeigt wurden. Rudolf Malorny, früherer Leiter der Beruflichen Schulen in Ziegenhain und hervorragender Kenner der tschechischen Hauptstadt, hatte für den fünftägigen Aufenthalt gemeinsam mit Helmut Bonte ein reichhaltiges Programm zusammengestellt.
Einerseits zeigte „Jana“, die seit Jahren vertraute Gruppenbegleiterin, bei zwei mehrstündigen Burg- und Stadtführungen die klassischen touristischen Attraktionen vom Hradschin bis zum Wenzelsplatz. Hinzu kamen Moldau-Schiffsrundfahrt, Karlstein-Ausflug, eine Theaterschau und zwei Konzertabende im Clementinum und in der St. Nikolas-Kirche; hier eröffnete das Symphonieorchester den Abend mit der Europahymne, hier eine politische Demonstration. Urig war es stets im historischen „Bären“. Erstaunliches passierte bei den Fahrten in der immer gepflegten Metro: Männer boten Frauen den Platz an, Jüngere standen für Ältere auf!