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Die Europa-Union Schwalm-Eder besichtigte am 12.06.2010 zwei große Milcherzeugungsbetriebe in Schwarzenborn und Ottrau. Vor Ort erläuterten die Betriebsinhaberin Heidi Golomb in Schwarzenborn und Betriebsinhaber Andreas Bohl in Ottrau ihre Konzeption, ihre Sorgen und Nöte im Zusammenhang mit Milchquoten und niedrigen Erzeugerpreisen. Mit großen Investitionen rüsteten sie beide ihre Betriebe zukunftsorientiert auf und führen die Traditionen ihrer Vorväter mit großem Engagement und Verantwortungsbewußtsein mit modernen Maschinen und betriebswirtschaftlichen Methoden fort, stellten die Gäste fest.
Die finanziellen Förderungen der Europäischen Union sichern einerseits die Betriebe, da die niedrigen Erzeugerpreise nicht kostendeckend sind, andererseits ist das praktizierte System der EU nicht den Realitäten genug angepaßt und macht es mit zugeteilten aber handelbaren Milchquoten den Landwirten außerordentlich schwer , auf dem Markt mithalten zu können. Gerade die mittelständigen Betriebe der Region sind bei dem gegenwärtigen System benachteiligt, führten die Betriebsinhaber Golomb und Bohl aus.
Mit modernster Lasertechnik ausgestattete Melkroboter und moderne Melkstände sowie offenen Großställe , die in der Anschaffung sehr teuer sind, sichern bei hohen Tierzahlen, dass die Arbeit von den Familienbetrieben bewältigt werden kann. Trotzdem ist das Verhältnis zwischen Einsatz der Arbeitsleistung, der finanziellen Mittel und damit verbundener Risiken, und dem daraus erzielten Gewinn nicht ausgewogen, stellten die Teilnehmer der Europa-Union nach der Besichtigung fest. Hier müsse die Europäische Landwirtschaftspolitik verändert werden. Dafür werde man sich zugunsten der landwirtschaftlichen Mittelstandsbetriebe, die für die Region Nordhessen auch aus kulturpflegerischer Sicht unabdingbar sind, im Rahmen ihrer Möglichkeiten stark machen und das Gespräch mit den Europa- Abgeordneten suchen, sicherte die Vorsitzende der Europa-Union Schwalm- Eder, Marianne Hühn, zu, wobei die Einflussmöglichkeiten bei realistischer Einschätzung nicht sehr hoch seien, führte sie kritisch aus. "Betriebsbesichtigungen werden verstärkt einen Schwerpunkt unserer Arbeit darstellen , um die Auswirkungen europäischer Politik auf die Betriebe im Schwalm- Eder Kreis konkret beurteilen und in die Europäische Union tragen zu können. Die Europa-Union freut sich über entsprechende Angebote“, teilt die Europa-Union mit. |